Der Lake Tanganyika und sein Hinterland

Gombe Stream National Park, Mahale Mountains National Park, Katavi National Park

Der zweittiefste See der Welt liegt im westlichen Grabenbruch. Bekannt ist er für seine reichen Fischvorkommen. Vor allem Zierfische werden in alle Welt exportiert. Ähnlich wie der Lake Victoria fungiert auch der Lake Tanganyika als Drehscheibe für die Anrainer-Staaten Tanzania, Burundi, Kongo und Zambia.

Für Touristen besteht die größte Attraktion in den Schimpansen-Familien, die in zwei Reservaten am östlichen Seeufer leben. Ausgangspunkt für Touren dorthin ist die Kleinstadt Kigoma - Endpunkt der zentralen Eisenbahnlinie - oder Arusha. Mehrmals in der Woche verbindet ein Zug Kigoma mit Dar-es-Salaam, die Reise dauert rund 36 Stunden. Diese Eisenbahnlinie ist jedoch stark renovierungsbedürftig, und von daher ist die Fahrt nur Abenteuerlustigen zu empfehlen. Bequemer und schneller ist das Flugzeug. Air Tanzania fliegt mehrmals wöchentlich zwischen Dar es Salaam und Kigoma. Aufgrund der sehr schlechten Straßenverhältnisse, existieren nur wenige Busverbindungen. Unter anderem verkehren tägliche Busse zwischen Kigoma und Mwanza, Fahrtdauer ca. 12-15 Stunden.

Ein besonderes Erlebnis bietet die dreitägige Schiffsreise mit der MV Liemba - einem alten deutschen Passagier-Dampfer namens Graf Von Götzen - von Kigoma aus entlang der Ostküste bis nach Mpulungu, dem in Zambia gelegenen südlichsten Hafen des Sees. Immer mittwochs gegen 17 Uhr startet die Liemba von Kigoma und erreicht nach vielen Stops entlang des Ostufers am Freitag den Hafen von Mpulungu. Leider liegt die Liemba seit über einem Jahr im Hafen von Kigoma und kann dort besichtigt werden. Ob und wann sie wieder in See stechen wird, steht in den Sternen.

Im südlichen Teil des Sees nahe dem kleinen Ort Kipili liegt auf einer vorgelagerten Insel das exklusive Lupita Island Resort & Spa (s.u.). Gegenüber auf dem Festland befindet sich die kleine und gemütliche Lake Shore Lodge. Erreicht werden beide Anlagen am besten per Linienflug nach Mbeya (Air Tanzania) und weiter mit dem Auto oder per Charterflug (Safari Airlink) direkt nach Kipili.

Das Hinterland des Lake Tanganyika ist nur schwer zugänglich. Zu einigen Dörfern am Seeufer kommt man nur per Boot. Touristisch interessant ist der Katavi National Park, der zwischen den Orten Sumbawanga im Süden und Mpanda im Norden liegt. Vom Tanganyika-See (Karema, Kipili) sind es nur wenige Stunden mit dem Auto dorthin. Aufgrund seiner Lage wird der Katavi National Park im allgemeinen in Kombination mit dem Mahale Mountains National Park angeboten. Zweimal wöchentlich (Zur Zeit montags und donnerstags) gibt es Charterflüge ab/bis Arusha zu beiden Nationalparks. Diese Flüge werden im Auftrag der Unternehmen durchgeführt, welche Camps in beiden Parks unterhalten. Hauptsächlich sind dies Nomad Tanzania (Chada Katavi Camp/Greystoke Mahale Camp) und Mbali Mbali Lodges & Camps (Mbali Mbali Katavi/Mbali Mbali Mahale). Ein solcher Charterflug ab/bis Arusha kostet im allgemeinen um die 1000,00 Euro pro Person. Alternativ besteht zweimal wöchentlich eine Flugverbindung zwischen Ruaha und Katavi. Eine umfassende Zusammenstellung entsprechender Touren finden Sie im Kapitel Die Safaris im Westen Tanzanias

 

 

Kigoma

Einzige Stadt Tanzanias am Tanganyika-See und wichtiger Handelspunkt zwischen Ost- und Zentralafrika. Berühmtheit erlangt hat Kigoma als Endpunkt der zentralen Eisenbahnlinie quer durch Tanzania. Das mächtige Bahnhofsgebäude stammt aus deutscher Zeit. Wichtiger für den Handel im vorletzten Jahrhundert war der 6 km südlich von Kigoma gelegene Ort Ujiji. Ab Mitte des 19.Jahrhunderts wurden von hier aus die großen Elfenbein- und Sklavenkarawanen an die Küste organisiert. Auch heute erinnert die stark arabisch geprägte Struktur von Ujiji an die damalige Zeit. In Europa ist der Ort eher durch den Missionar und Forscher David Livingstone bekannt, der im Jahre 1871 in Ujiji von dem amerikanischen Journalisten Henry Morton Stanley mit dem berühmten Satz "Dr. Livingstone I presume" begrüßt wurde.

 

Unterkünfte in Kigoma und bei Kipili

 

Kigoma Hilltop Hotel

Das größte und komfortabelste Hotel in Kigoma. Malerische Lage auf einem Felsvorsprung mit Blick auf die Bucht der Stadt. Gute Küche, jedoch kein Alkohol-Ausschank.

Details und Preise siehe hier.

 

 

Lupita Island Resort & Spa

Sehr extravagant, einzigartige Insellage nahe Kipili am südlichen Seeufer, allerdings schwer zugänglich. Eine Rarität.

Details und Preise siehe hier.

 

Lake Shore Lodge & Campsite

Kleine familiär geführte Anlage nahe Kipili am südlichen Seeufer. Einmalige Umgebung, allerdings schwer zugänglich. Sehr nette Eigentümer.

Details und Preise siehe hier.

 

 

Der Gombe Stream National Park

Der sehr kleine Nationalpark liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Kigoma und zieht sich über eine Länge von knapp 10 km am Ostufer des Tanganyika-Sees entlang. Bekannt wurde der Park durch die Studien der Primaten-Forscherin Jane Goodall. Das Gebiet besteht aus dichten tropischen Regenwäldern mit vielen kleinen Wasserläufen. Man sollte den Nationalpark am besten während der Trockenperiode von Juni bis Anfang November besuchen. Die Fahrt per Boot von Kigoma dauert etwa 2 Stunden. Im Park gibt es nur zwei Unterkunftsmöglichkeiten, die komfortable Gombe Forest Lodge und das vom Park betriebene sehr einfache und kaum noch bewohnbare Park Resthouse. Entsprechende Touren finden Sie im Kapitel Die Safaris im Westen Tanzanias. Die relativ hohen Nationalparkgebühren von 100 US$ pro Person und Tag sind bereits im Preis eingeschlossen.

Wichtig zu wissen ist, dass man auf den Schimpansen-Pirschgängen maximal eine Stunde pro Tag bei den Schimpansen verweilen darf. Der Grund dafür liegt hauptsächlich in der Gefahr der Übertragung von menschlichen Infektionskrankheiten. Man muss daher auch damit rechnen, dass bei einer sehr hohen Besucherzahl nur ein Schimpansen-Pirschgang während des gesamten Aufenthalts möglich ist.

 

 

Unterkunft im Nationalpark

 

Mbali Mbali Gombe

Die einzige Zelt-Lodge im Nationalpark. Klein und exklusiv.

Details und Preise siehe hier.

 

 

 

Der Mahale Mountains National Park

Dieser sehr viel größere Nationalpark - rund 30 Mal so groß wie Gombe Stream - liegt etwa 150km südlich von Kigoma ebenfalls am Ostufer des Tanganyika-Sees. Landschaftlich bestimmt wird der Nationalpark durch das riesige unberührte Gebirge der Mahale Mountains, deren höchste Gipfel bis auf 2516m ansteigen. Die Westseite der Berge ist von dichtem Regenwald bewachsen, durch den viele kleine Flüsse zum See fließen. Wie auch beim Gombe Stream National Park fehlt beim Mahale Mountains National Park jegliche Zufahrtsstraße. Die einzigen Zugangsmöglichkeiten sind Boot und Flugzeug. Es besteht zwar die Möglichkeit, mit der einmal wöchentlich verkehrenden Liemba von Kigoma nach Mugambo/Lagosa zu fahren, allerdings kommt man dort mitten in der Nacht an. Und aufgrund häufiger Verspätungen und einem unsicheren Fahrplan kann diese Möglichkeit nur bedingt empfohlen werden. Entsprechende Touren finden Sie im Kapitel Die Safaris im Westen Tanzanias. Die Nationalparkgebühren in Höhe von 80,00 US$ sind bereits im Preis eingeschlossen.

Wichtig zu wissen ist, daß man auf den Schimpansen-Pirschgängen maximal eine Stunde pro Tag bei den Schimpansen verweilen darf. Der Grund dafür liegt hauptsächlich in der Gefahr der Übertragung von menschlichen Infektionskrankheiten. Man muß daher auch damit rechnen, dass bei einer sehr hohen Besucherzahl nur ein Schimpansen-Pirschgang während des gesamten Aufenthalts möglich ist.

 

 

Unterkünfte im Nationalpark

 

Greystoke Mahale

Das klassische Mahale-Camp. Einmalige Robinson-Atmosphäre. Barfuß-Luxus. Etwas ganz Besonderes. Sehr empfehlenswert.

Details und Preise siehe hier.

 

Mbali Mbali Mahale

Kleine komfortable Zelt-Lodge direkt am See. Nette Atmosphäre. Gerade komplett neu gestaltet.

Details und Preise siehe hier.

 

 

Der Katavi National Park

Dieser riesige und nahezu vollkommen unberührte Nationalpark liegt im südöstlichen Hinterland des Tanganyika-Sees. Er zeichnet sich durch eine weitläufige Steppenlandschaft mit größeren Sumpfgebieten aus. Sehr beeindruckend ist seine weitläufige, unberührte Landschaft, die kaum vom Tourismus beeinträchtigt ist. Bekannt ist der Nationalpark für seine großen Büffel- und Elefantenherden. Aufgrund seiner schweren Zugänglichkeit wird der Katavi National Park heutzutage eigentlich fast nur mit dem Flugzeug besucht. Nachdem es lange Zeit nur ein privates Camp im Park gab, sind in den letzten Jahren weitere Unterkünfte dazugekommen. Entsprechende Touren finden Sie im Kapitel Die Safaris im Westen Tanzanias.

 

Unterkünfte im Nationalpark

 

Chada Katavi Camp

Das klassische Katavi-Camp. Klein und exklusiv. Sehr einsame Lage. Familiäre und buschnahe Atmosphäre.

Details und Preise siehe hier.

 

Flycatcher Katavi Camp

Kleines einfacheres Zeltcamp in malerischer Lage direkt am Fluss. Sehr familiäre Atmosphäre.

Details und Preise siehe hier.

 

Katavi Wildlife Camp

Älteres, aber komplett neu gestaltetes Zeltcamp in sehr schöner Lage nahe dem Fluss. Sehr familiär und buschnah. Gut kombinierbar mit dem Ruaha National Park.

Details und Preise siehe hier.

 

Mbali Mbali Katavi

Komfortable Zelt-Lodge nahe dem Fluß in wilder Umgebung. Sehr buschnahe Atmosphäre. Gerade komplett neu gestaltet.

Details und Preise siehe hier.